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Akademiker-Anteil in der Pflege noch gering

0,34 Prozent aller Beschäftigten in der ambulanten Pflege hat einen Universitätsabschluss. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hervor.


Den Zahlen der Bundesregierung (PDF-Datei) zufolge arbeiteten Mitte Dezember 2017 insgesamt 1.306 Personen mit einem pflegewissenschaftlichen Abschluss von einer Universität oder Fachhochschule in ambulanten Pflegediensten. 591 von ihnen waren vorwiegend mit den Aufgaben der Pflegedienstleitung (PDL) betraut, über 400 arbeiteten in Verwaltung und Geschäftsführung und lediglich gut 200 waren überwiegend in der körperbezogenen Pflege tätig.

In stationären Pflegeeinrichtungen lag die Quote der Pflege-Akademiker mit 0,45 Prozent nur leicht höher als im ambulanten Bereich. Hier waren zum Stichtag deutschlandweit 3.444 Personen mit einer abgeschlossenen pflegewissenschaftlichen Ausbildung beschäftigt, davon der Großteil in Verwaltung und Geschäftsführung und lediglich 603 hauptsächlich in der körperbezogenen Pflege.

Die Bundesregierung setzt neben der Reform der Pflegeausbildung ab 2020 auch auf einheitliche Rahmenbedingungen für ein berufsqualifizierendes Pflege-Studium, das es ermöglichen soll, „das stetig fortschreitende pflegewissenschaftliche Wissen noch besser in der Pflegepraxis zu berücksichtigen“.

Bereits 2012 hatte der Wissenschaftsrat empfohlen, den Akademiker-Anteil in der (körperbezogenen) Pflege auf zehn bis 20 Prozent zu erhöhen – für die Bundesregierung ist dieser Wert ein „Orientierungspunkt“. Sie verweist auf die Vorhaben der Ausbildungsoffensive Pflege 2019 – 2023 als Teil der Konzertierten Aktion Pflege (KAP), die vom Bundesgesundheits-, Bundesarbeits- und Bundesfamilienministerium ins Leben gerufen wurde und zu mehr Geld und Personal in der Pflege führen soll. Von der Fraktion der Grünen kam dagegen Kritik an der Untätigkeit der Regierung angesichts der seit 2012 feststehenden Empfehlung des Wissenschaftsrats.