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Ausländische Pflegekräfte: Neue Agentur soll Prozesse beschleunigen

Eine neue Agentur soll bei der Vermittlung von Pflegekräften aus dem Ausland nach Deutschland helfen und vor allem bürokratische Hürden abbauen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn stellte die vom Saarland gegründete und auf Bundesebene aktive „Deutsche Fachkräfteagentur für Gesundheits- und Pflegeberufe“ (DeFa) Anfang der Woche vor.


Die DeFa soll alle Einrichtungen im Gesundheitswesen dabei unterstützen, internationale Fachkräfte zu gewinnen. Sie kümmert sich um Visa-Anträge, die Anerkennung der Berufserlaubnis, um die Aufenthalts- und die Arbeitserlaubnis und will somit helfen, den bürokratischen Aufwand gering zu halten und den Prozess möglichst zeitsparend durchzuführen.

Auf Anfrage soll die DeFa auch dabei helfen, geeignete Fachkräfte aus dem Ausland anzuwerben und entsprechende Sprachkurse zu vermitteln. Dabei hält sie sich laut Bundesgesundheitsministerium an solche Länder, die einen Überschuss an Pflegekräften verzeichnen.

Sitz der DeFa ist in Saarbrücken, in Anspruch nehmen können die Leistungen jedoch alle Pflege-Unternehmen und Personaldienstleister in Deutschland. Das Saarland setzt mit der Gründung einen Beschluss aus einer Arbeitsgruppe der Konzertierten Aktion Pflege (KAP) um. Die Mittel für die Agentur kommen vom BMG.

Durch die Hilfe der Agentur soll es künftig möglich sein, ausländische Pflegekräfte bereits sechs Monate nach dem Visa-Antrag einzusetzen. Derzeit vergehen bislang mehr als zwei Jahre, bis ein ausländischer Mitarbeiter sämtliche Anerkennungen erhält. Bereits zum Auftakt unterstützt die Agentur nach eigenen Angaben mehr als 4.000 Fälle. Die Übernahme der Verwaltungsprozesse für eine ausländische Pflegekraft kostet für interessierte Arbeitnehmer 350 Euro pro Person.