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Aktuelles | 16.11.2017

BARMER-Pflegereport 2017 stellt junge Pflegebedürftige in den Fokus

Jungen Pflegebedürftigen mangelt es in ganz Deutschland an Betreuungsplätzen. Das geht aus dem BARMER-Pflegereport 2017 hervor, den die Krankenkasse Mitte November vorstellte.


Heimkosten nach Bundesländern 2017 (Quelle: BARMER)

Demnach gibt es laut einer repräsentativen Umfrage bei Pflegebedürftigen vom Kindesalter bis 60 Jahren etwa 4.000 teilstationäre und rund 3.400 Kurzzeitpflegeplätze zu wenig. Auch spezielle Wohnangebote für junge Pflegebedürftige fehlen häufig.

Denn während die Zahl der Plätze für alte Menschen mit Pflegebedürftigkeit in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen ist, gehen diese Angebote oft an den Bedürfnissen jüngerer Pflegebedürftiger vorbei. So finden sich bei den unter 60-Jährigen deutlich mehr Männer als Frauen, Krankheitsbilder wie Demenz sind selten.

Neben speziellen Wohnangeboten für jüngere Menschen fehlen vor allem Plätze in der Kurzzeitpflege. So würden laut der Umfrage mehr als doppelt so viele Menschen gerne von der Kurzzeitpflege Gebrauch machen als es derzeit der Fall ist. Auch Tagespflegeangebote werden weitaus stärker nachgefragt als Angebote vorhanden sind.

Stationäre Einrichtungen in NRW am teuersten

Weiterhin widmet sich der BARMER-Pflegereport den Kosten für die stationäre Unterbringung von Pflegebedürftigen in Deutschland. Dabei zeigte die Untersuchung große Unterschiede beim Eigenanteil, den die Bewohner von Pflegeheimen zu zahlen haben. Spitzenreiter ist hier für das laufende Jahr Nordrhein-Westfalen mit einem durchschnittlichen gesamten Eigenanteil von 2.252 Euro im Monat, während das Schlusslicht Sachsen-Anhalt auf gerade einmal 1.107 Euro kommt.

Stellenzuwachs in der ambulanten Pflege

Auch die Situation in der ambulanten Pflege zwischen 1999 und 2015 wird in der Studie beleuchtet. So erhöhte sich die Zahl der rechnerischen Vollzeitstellen im ambulanten Bereich in diesem Zeitraum um 84 Prozent. Im Jahr 2015 arbeiteten 238.800 Personen in der häuslichen Pflege. Sie versorgten 692.300 Pflegebedürftige, was einem Anstieg von 67 Prozent seit 1999 entspricht.

Insgesamt nahm die Zahl der Pflegebedürftigen von rund zwei Millionen im Jahr 1999 um mehr als 50 Prozent auf über drei Millionen im Jahr 2015 zu. Fast drei Viertel von ihnen werden zu Hause gepflegt.