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Konzertierte Aktion Pflege: Maßnahmen gegen Pflegekräftemangel vorgestellt

Ein umfangreiches Maßnahmenpaket der Bundesregierung soll die Zahl der Arbeitskräfte in der Pflege deutlich erhöhen. Die von drei Bundesministern vorgestellten Vorschläge sind das Ergebnis der Konzertierten Aktion Pflege, die im Juli 2018 gestartet wurde.


Bessere Arbeitsbedingungen sollen die Personalnot in der Alten- und Krankenpflege in Deutschland lindern. Das Maßnahmenpaket, das Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, Bundesfamilienministerin Franziska Giffey und Bundesarbeitsminister Hubertus Heil präsentierten, enthält hunderte von Maßnahmen, die in einem mehrmonatigen Dialogprozess mit Beteiligten erarbeitet wurden. Daran nahmen beispielsweise Arbeitgeber, Gewerkschaften, Patientenvertreter und Krankenkassen teil. Enthalten sind unter anderem Vorschläge zu einer besseren Bezahlung der Pflegekräfte in der Altenpflege, zur Anwerbung von ausländischen Pflegekräften und zur Anpassungen bei der Ausbildung.

Maßnahmen in mehreren Bereichen

Um den Beruf der Pflegekräfte attraktiver zu machen, sollen Maßnahmen in den Bereichen Personal, Entlohnung der Pflegekräfte, Ausbildung und Digitalisierung umgesetzt werden. So sollen zum Beispiel für Krankenhäuser verbindliche Personalschlüssel entwickelt werden, die Fach- und Sprachausbildung für ausländische Pflegekräfte in den Herkunftsländern unterstützt und eine zentrale Servicestelle für berufliche Anerkennung aufgebaut werden. Außerdem soll das Image der Pflegeberufe auch dadurch verbessert werden, dass der Verantwortungsbereich der Pflegekräfte ausgeweitet wird – dazu sollen etwa neue Standards zur stärkeren Zusammenarbeit mit Ärzten beitragen.

Neben einer besseren Entlohnung in der Altenpflege werden auch ein einheitlicher Pflegemindestlohn für West und Ost sowie weitere Schritte wie ein Tarifvertrag vorgeschlagen. Maßnahmen der Digitalisierung wie die Umstellung auf elektronische Abrechnung sollen ebenfalls mittelfristig die Arbeit der Pflegekräfte einfacher gestalten. Die Minister sind sich zudem einig: Pflege sei ein Zukunftsberuf. Neben der Umsetzung der Generalistik und neuen Weiterbildungsplätzen wird außerdem im Bereich Ausbildung eine Erhöhung der Zahl der Ausbildungsbetriebe und der Schüler um zehn Prozent bis 2023 angestrebt.

Mehr über die geplanten Maßnahmen im Rahmen der Konzertierten Aktion Pflege lesen Sie beim Bundesgesundheitsministerium und beim Bundesarbeitsministerium.