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Politik | 08.09.2017

Laumann fordert mehr Kompetenzen für Pflegekräfte

Der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat sich in einem Zeitungsinterview dafür ausgesprochen, Pflegekräften mehr Entscheidungsmöglichkeiten beispielsweise bei der Verordnung von Hilfsmitteln einzuräumen.


Karl-Josef Laumann. Foto: Jördis Zähring

Im Gespräch mit dem Kölner Stadtanzeiger nannte Laumann als Beispiel Dekubitus-Hilfsmittel. „Ich frage mich: Warum kann zum Beispiel eine ambulante Pflegekraft einem Patienten nicht eigenständig eine spezielle Matratze verordnen, damit er keine Druckgeschwüre bekommt?“, so Laumann. Er bemängelte, dass dafür noch immer der Hausarzt angerufen werden müsste.

Insgesamt sprach Laumann sich für eine Aufwertung der Pflegeberufe aus. Er verwies auf die im Bundesvergleich hohe Zahl der Altenpflegeschüler in Nordrhein-Westfalen (rund 18.000 gegenüber 66.000 bundesweit) und kritisierte zudem, dass die Pflege in den entscheidenden Gremien selten mitreden dürfe.

Laumann trat in diesem Zusammenhang nochmals für eine neu zu bildende Interessensvertretung der Pflegenden ein. Die Einrichtung von Pflegekammern war bereits zu seiner Zeit als Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung ein Anliegen für den neuen Minister gewesen. „Welche Struktur sie haben wird, ist alleine Entscheidung der Pflegenden“, betonte Laumann der Zeitung gegenüber.