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Pflege | 12.04.2017

MDK verzeichnet Zuwachs bei Begutachtungen

Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) in Nordrhein-Westfalen erhält seit Jahresbeginn deutlich mehr Aufträge für Pflegebegutachtungen. Grund dafür ist die im Januar in Kraft getretene Pflegereform.


Sowohl der MDK Nordrhein als auch der MDK Westfalen-Lippe berichten von einem deutlichen Anstieg. So erhielt der MDK Nordrhein in den ersten drei Monaten des Jahres rund 76.400 Aufträge für eine Pflegebegutachtung durch die Pflegekassen. Im Vergleich zu den ersten drei Monaten 2016 ist das eine Steigerung von rund 33 Prozent. Beim MDK Westfalen-Lippe gingen 27 Prozent mehr Aufträge ein als in den Vorjahresmonaten.

Dort geht man davon aus, dass dieser Zuwachs nicht nur auf die Anfangszeit nach der Pflegereform beschränkt bleibt. Geschäftsführer Dr. Ulrich Heine: „Wir rechnen für dieses Jahr mit etwa 300.000 Aufträgen.“ 2016 erhielt der MDK Westfalen-Lippe rund 240.000 Begutachtungsaufträge.

Sein Kollege vom MDK Nordrhein ist da etwas zurückhaltender. Etwa Mitte des Jahres werde sich zeigen, ob die Antragszahlen weiter auf dem hohen Niveau bleiben oder nicht, so Geschäftsführer Andreas Hustadt.

Mehr Anspruchsberechtigte durch Pflegereform

Nach der Einführung eines neuen, umfassenderen Pflegebedürftigkeitsbegriffs werden Menschen mit psychischen und geistigen Beeinträchtigungen bei der Begutachtung auf Pflegebedürftigkeit stärker berücksichtigt als zuvor. Nicht mehr drei Pflegestufen, sondern fünf Pflegegrade sollen die individuelle Situation differenzierter erfassen und zu verbesserten Leistungen der Pflegeversicherung führen.

Um an diese Leistungen zu gelangen, müssen Versicherte zunächst einen Antrag bei ihrer Pflegekasse stellen. Im Auftrag der Kasse besuchen Pflegefachkräfte des MDK die Pflegebedürftigen vor Ort und erstellen ein Pflegegutachten. Das ist Grundlage für die Leistungen der Pflegekasse.

Wie der MDK Nordrhein berichtet, wurde bei etwa 86 Prozent der Versicherten, die im ersten Quartal 2017 einen Antrag auf Pflegeleistungen gestellt haben, eine Einordnung in einen Pflegegrad empfohlen.