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Medikamentengabe belastet pflegende Angehörige

Die meisten Angehörigen von Pflegebedürftigen verabreichen diesen regelmäßig ihre Medikamente – und viele empfinden diese Situation als schwierig. Darauf weist eine aktuelle Befragung des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) hin.


77 Prozent aller Befragten berichten laut ZQP von Problemen bei der Medikation. Die Schwierigkeiten liegen dabei sowohl in der oft vorhandenen Mehrfachmedikation als auch im Prozess an sich.

Auf Hilfestellung können dabei die wenigsten zurückgreifen: 64 Prozent der Befragten gaben an, dass an der Versorgung des Pflegebedürftigen keine Pflegekraft beteiligt sei. Das ZQP sieht in der daraus resultierenden Verantwortung ein Risiko sowohl für die pflegebedürftige Person als auch für die pflegende.

Dadurch drohe anhaltender Stress, der sich auch auf die Gesundheit der Angehörigen negativ auswirken könne, so das ZQP. Risikosituationen könnten beispielsweise dann entstehen, wenn ein Medikament aufgebraucht sei, zum falschen Zeitpunkt angewendet werde, die pflegebedürftige Person das Medikament ablehne oder es falsch dosiert werde.

Das ZQP hatte für die Studie deutschlandweit mehr als 1.000 pflegende Angehörige befragt. Etwa drei Viertel von ihnen gaben an, sich regelmäßig auch am Prozess der Medikation der Pflegebedürftigen zu beteiligen. Viele der Pflegebedürftigen mussten täglich fünf oder mehr verschiedene Medikamente einnehmen.