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Pflegeausbildung: Mehr Investitionen und Kompetenzen nötig

Um die Attraktivität der Pflegeberufe in Deutschland auf ein konkurrenzfähiges Niveau zu steigern, sind den Ergebnissen einer internationalen Vergleichsstudie zufolge vor allem höhere Investitionen in Aus- und Weiterbildung sowie erweiterte Verantwortungsbereiche für Pflegefachkräfte nötig.


Im Auftrag der Stiftung Münch hatte das Institut für Gesundheit- und Pflegewissenschaft der Charité die Voraussetzungen für Pflegekräfte und die Investitionen in die Pflegeausbildung in Deutschland mit denen in Großbritannien, den Niederlanden, Schweden und Kanada verglichen.

Im Vergleich zu den anderen Ländern zeigte sich dabei klar, dass insbesondere in Sachen Ausbildung in Deutschland noch viel Luft nach oben ist. Während in den anderen Ländern die Pflegeausbildung entweder komplett (Großbritannien, Schweden) oder zum Teil (Niederlande) über ein akademisches Studium erfolge, sei dieser Anteil der entsprechend ausgebildeten Pflegefachkräfte in Deutschland mit ein bis zwei Prozent verschwindend gering.

Aufgaben neu verteilen

Entsprechend werde den Pflegenden hierzulande auch wenig zugetraut, während ihnen in den anderen Ländern mehr Verantwortung in der Patientenversorgung zugestanden werde. Das Prinzip der ärztlichen Delegation und die Rolle von Pflegefachkräften als „verlängerter Arm des Arztes“ stelle jedoch bereits eine Einschränkung dar, heißt es im Abschlussbericht der Stiftung. In den Untersuchungsländern fände „eine partnerschaftlich angelegte, teamorientierte und gesetzlich legitimierte Aufgabenneuverteilung statt. Das befördert interessante Entwicklungsoptionen für Pflegende mit der Übernahme von mehr eigenverantwortlichen Aufgaben als hierzulande.“ Neben gesteigerter Attraktivität der Pflegeberufe werde so gleichzeitig auch eine hochwertige und innovative pflegerische Versorgung der Bevölkerung gesichert.

Investitionen müssen steigen

Im Vergleich zu den anderen Ländern investiere Deutschland immer noch zu wenig in die pflegerische Aus- und Weiterbildung. Auch Innovationen im Gesundheitsbereich würden ausbleiben oder zu lange dauern, so die Studienautoren. So sei die elektronische Patientenakte in den meisten untersuchten Ländern selbstverständlich, genauso wie Online-Konsultation. In der Pflege würden verschiedene sektorenübergreifende und interprofessionelle Arbeits- und Kommunikationsinstrumente eingesetzt und entwickelt. Pflegende spielten dabei eine aktive Rolle und arbeiteten beispielsweise an der Verbesserung der Anwenderfreundlichkeit der Neuentwicklungen.