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Studie: Pflegegrade bilden benötigte Pflegezeit nur bedingt ab

Wie viel Pflegezeit Betroffene benötigen, lässt sich nur bedingt anhand des Pflegerades ermitteln. Dies geht aus einer aktuell veröffentlichten Studie von Wissenschaftlern der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PHTV) hervor.


Die Wissenschaftler haben drei Jahre lang das Zusammenspiel zwischen Pflegebedürftigkeit, Pflegequalität und Personalausstattung untersucht. Den Ergebnissen der Studie zufolge können die früheren Pflegestufen und die übergeleiteten Pflegegrade nur zu 21 Prozent die benötigte Pflege- und Betreuungszeit erklären.

Noch geringer fiel die Vorhersehbarkeit der benötigten Pflegezeit bei den seit 2017 geltenden Pflegegraden aus. Für die ausschließlich nach dem neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff eingruppierten Personen ließ sich nur ein Anteil von zehn Prozent der Zeitunterschiede in Pflege- und Betreuungszeit auf den Pflegegrad zurückführen. Ein Pflegebedürftiger mit einem hohen Pflegegrad müsse also nicht zwangsläufig mehr Pflegezeit benötigen als Pflegebedürftige mit niedrigen Pflegegraden und umgekehrt, so die Wissenschaftler. Allerdings wurden im Rahmen der Studie ausschließlich Pflegebedürftige in stationären Einrichtungen berücksichtigt.

An der Studie „PiBaWü – Pflege in Baden-Württemberg. Entwicklung struktur- und prozessorientierter Qualitätsindikatoren in der Langzeit-Pflege“ der PHTV nahmen auch 58 stationäre Einrichtungen und 54 Pflegeschulen teil. Weitere Informationen über die Ergebnisse des Forschungsprojekts finden sich hier auf der Internetseite der PHTV.