normal big

Aktuelles |

Umfrage: Weg zum Pflegegrad für Betroffene mühsam

Den Weg zum Pflegegrad empfinden pflegende Angehörige nach wie vor als mühsam und kompliziert. Diese Erfahrungen schildern Betroffene in einer Umfrage der Verbraucherzentralen zur Begutachtung der Pflegebedürftigkeit in der Zeit nach der Pflegereform, die jetzt vorgestellt wurde.


Als „sehr belastend“ empfinden die Befragten die Antragstellung und die Zeit bis zur Feststellung des Pflegegrades, so die Ergebnisse der qualitativen Studie, die das Umfrageinstitut forsa im Auftrag der Verbraucherzentralen durchgeführt hat. Kritik äußerten viele der Befragten zu den Formularen der Pflegekassen – diese seien unverständlich und zu komplex.

Wer Beratung erhält, bewertet das Verfahren deutlich positiver, zeigen Ergebnisse der Umfrage. Teilnehmer, die eine Beratung genutzt hatten, empfanden diese als wichtige Orientierungshilfe, beschrieben den Weg bis zum Pflegegrad seltener als belastend und erhielten dadurch einen guten Überblick über den Anspruch von Pflegeleistungen.

Betroffene wünschen sich aufsuchende Beratung

Während viele pflegende Angehörige das Internet als wichtige Informationsquelle nannten, bewerteten diese gleichzeitig die Informationen aus dem Netz als unüberschaubar und verwirrend. Im Vorfeld der Begutachtung fühlten sich viele Umfrageteilnehmer wie vor einer Prüfung verunsichert und wussten nicht, wie sie sich und die Pflegebedürftigen auf den Termin vorbereiten sollten.

Bestehende Beratungsangebote wie die Pflegestützpunkte sind den meisten Befragten den Umfrageergebnissen zufolge nicht bekannt oder werden nur selten genutzt. Übereinstimmend äußerten die pflegenden Angehörigen im Rahmen der Umfrage den Wunsch, von Pflegekassen und Krankenhäusern aktiv beraten und informiert zu werden. Auch die Verbraucherzentralen empfehlen vor dem Hintergrund der Umfrageergebnisse, sich rechtzeitig Unterstützung zu holen und bestehende Beratungsangebote zu nutzen.