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Zahl der Leistungsanträge seit Pflegereform deutlich gestiegen

In Nordrhein-Westfalen sind nach der Einführung der Pflegegrade deutlich mehr Anträge auf Leistungen der Pflegeversicherung eingegangen als zuvor. Das berichten die zuständigen Medizinischen Dienste der Krankenversicherung (MDK) Nordrhein und Westfalen-Lippe.


Die Zahl der Menschen, die im Jahr 2017 erstmals einen Antrag auf Leistungen der Pflegeversicherung stellte, lag demnach in Westfalen-Lippe um 44 Prozent höher als im Vorjahr, im Gebiet des MDK Nordrhein immerhin noch knapp 30 Prozent höher. Die Gutachter der Medizinischen Dienste in NRW besuchten zusammen rund ein Viertel mehr Antragsteller im Land als 2016 – insgesamt etwa 460.000.

Deutschlandweit weist die MDK-Statistik für das Jahr 2017 rund 1,9 Millionen Gutachten zur Feststellung von Pflegebedürftigkeit auf, mehr als 80 Prozent davon im ambulanten Bereich. Im Jahr 2016 hatte die Zahl noch bei rund 1,7 Millionen gelegen.

Der größte Teil der ambulant begutachteten Pflegebedürftigen wurde in Pflegegrad 2 eingeordnet – fast ein Drittel der Antragsteller Bereich erhielt dieses Ergebnis. Pflegegrad 1 und 3 wurden jeweils an etwa ein Fünftel der Begutachteten vergeben. Etwa 14 Prozent erhielten keinen Pflegegrad.

Im stationären Bereich erhielten die meisten Antragsteller erwartungsgemäß einen höheren Pflegegrad: Grad 3 und 4 decken hier zusammen insgesamt fast 60 Prozent der Anträge ab.

Der MDK stellte Ende Juni auf einem Kongress seine Pläne für die kommenden Jahre vor. Zunächst soll 2019 ein neues Verfahren für die Qualitätsprüfungen in stationären Einrichtungen zum Einsatz kommen. Dasselbe soll danach auch für den ambulanten Bereich geschehen.