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Aktuelles | 10.11.2021

Ausbildungsumlagen: Punktwertzuschlag sinkt 2022 um etwa 35 Prozent

Der Grundsatzausschuss für die ambulante Pflege in Nordrhein-Westfalen hat am Dienstag den Punktwertaufschlag für ambulante Pflegedienste zur Finanzierung der Pflegeausbildungen für das Jahr 2022 mit 0,00443 Euro pro Punkt festgelegt.

Damit sinkt der Gesamtzuschlag, der aus den Refinanzierungszuschlägen für die Altenpflegeumlage (APU) und für die Pflegeberufeumlage (PBU) besteht, erstmalig seit Einführung der APU im Jahr 2012. Der Zuschlag für die Altenpflegeumlage geht dabei auf 0,00066 Euro pro abrechenbarem Punkt zurück (siehe LfK-Aktuell 10/2021), der Zuschlag für die PBU, die seit 2020 die Ausbildungsvergütungen in der generalistischen Pflegeausbildung refinanziert, steigt auf 0,00377 Euro pro abgerechnetem Punkt.
Für das laufende Jahr hatte der APU-Zuschlag bei 0,00415 Euro pro Punkt gelegen, der PBU-Zuschlag bei 0,00266 Euro pro Punkt.

„Der Anstieg bei der PBU, wo ab 2022 erstmals die Ausbildungsvergütungen von drei Jahrgängen zu refinanzieren sind, konnte diesmal durch den Rückgang der Schülerzahl bei der Altenpflegeausbildung sowie die im zugehörigen Umlagetopf vorhandenen Rücklagen abgefedert werden“, berichtet LfK-Geschäftsführer Christoph Treiß.

Der neue Punktwertaufschlag löst den alten Wert zum Jahreswechsel ab. Für LfK-Mitglieder, die die Kosten der Altenpflegeumlage mithilfe des Punktwertzuschlags refinanzieren, gilt der neue Wert automatisch – eine Änderung des Vergütungsvertrags mit den Pflegekassen ist hierzu nicht nötig. Allerdings sollten Pflegedienste rechtzeitig ihre Preise für 2022 anpassen und ihre Kunden zeitig über die Preisänderung zum Jahreswechsel informieren. Ein entsprechender „Internetrechner“ auf Excel-Basis steht den LfK-Mitgliedern zusammen mit weiteren Informationen ab sofort im LfK-Downloadbereich zur Verfügung.

„Pflegedienste, die in diesem Jahr keine Vergütungsverhandlungen im SGB XI führen, müssen die entstehende Preisdifferenz in voller Höhe an ihre Kunden weitergeben“, erklärt Treiß. „Wer jedoch seine Preise ohnehin im Hinblick auf die anstehende Tarifpflicht verhandelt und seinen Punktwert steigert, sollte die Änderung bei den Umlagen direkt mit kommunizieren, wenn die Kunden auf die neuen Preise hingewiesen werden.“

Zuschlag für die Tagespflege

Auch für die teilstationäre Pflege beschloss der Grundsatzausschuss den Umlagebetrag am Dienstag. Er beträgt nun 0,26 Euro pro Gast und Tag. Der Betrag für die Pflegeberufeumlage ist in der Tagespflege einrichtungsindividuell in Abhängigkeit von der Anzahl der vertraglich festgehaltenen Pflegefachkräfte festgelegt. Tagespflegeeinrichtungen können den Umlagebetrag ihrem Abgabebescheid entnehmen, den sie von Bezirksregierung Münster erhalten.