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Aktuelles | 26.06.2024

GKV mit Defizit im ersten Quartal 2024

Die gesetzlichen Krankenkassen haben das erste Quartal des Jahres mit einem Minus von 776 Millionen Euro abgeschlossen. Dies geht aus den Zahlen zur Finanzentwicklung der sozialen Krankenversicherung hervor, die das Bundesgesundheitsministerium (BMG) jetzt präsentierte.

In den ersten drei Monaten des Jahres haben die 95 gesetzlichen Krankenkassen 80,2 Milliarden Euro ausgegeben. Diesen Ausgaben standen Einnahmen von 79,5 Milliarden Euro gegenüber. Daraus ergab sich eine Lücke von 776 Millionen Euro, die deutlich größer als das Defizit im Vorjahreszeitraum mit 162 Millionen Euro ausfiel.

Unterschiedliche Finanzentwicklung nach Krankenkassenarten

Die finanzielle Entwicklung unterscheidet sich nach Krankenkassenart. Die Knappschaft erzielte einen Überschuss in Höhe von 23 Millionen Euro. Die Ersatzkassen verbuchten hingegen ein Minus von 314 Millionen Euro, bei den Ortskrankenkassen belief sich das Defizit auf 282 Millionen Euro. Auch die Betriebs- und die Innungskrankenkassen lagen im Minus.

Steigende Leistungsausgaben

Wichtiger Grund für diese Entwicklung seien die steigenden Leistungsausgaben, so das BMG. Die Leistungsausgaben erhöhten sich zwischen Januar und März 2024 um 7,5 Prozent und damit deutlich stärker als in den vergangenen Jahren.

Ein maßgeblichen Treiber der hohen Ausgabendynamik seien laut BMG die Ausgaben für Krankenhausbehandlungen, die im ersten Quartal um 8,5 Prozent bzw. 1,94 Milliarden Euro stiegen. Wesentlicher Faktor seien dabei die Pflegepersonalkosten, die sich um rund 10,5 Prozent bzw. 510 Millionen Euro erhöhten. Bei den Behandlungen in ärztlichen Praxen lag die Steigerung bei 4,7 Prozent.

Ausgaben für die häusliche Krankenpflege

Dynamisch entwickelten sich auch die Ausgaben für die häusliche Krankenpflege in den ersten drei Monaten des Jahres: Der Zuwachs lag hier bei 12,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Insgesamt gaben die gesetzlichen Krankenkassen 2,5 Milliarden Euro für diesen Bereich aus – und damit 273 Millionen Euro mehr als noch 2023.

Angesichts der negativen finanziellen Entwicklung hatte der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung vor möglichen Beitragserhöhungen für die Versicherten im kommenden Jahr gewarnt. Der Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach wies bei der Vorstellung der Quartalszahlen der Kassen auf die bevorstehenden Reformen hin. Diese seien zentrale Bausteine, um die GKV-Finanzen durch mehr Effizienz mittel- bis langfristig zu stabilisieren, so Lauterbach.

Weitere Informationen und Zahlen zur finanziellen Entwicklung der gesetzlichen Krankenversicherung hat das BMG auf seiner Internetseite veröffentlicht.