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Aktuelles | 25.01.2023

Häusliche Pflege: Studie erfasst Faktoren zur Stärkung von Angehörigen

Eine Studie der Universität Erlangen hat zum ersten Mal in Deutschland auch positive Seiten nachgewiesen, die für pflegende Angehörige bei häuslicher Pflege entstehen. Diese Faktoren können zur Verbesserung der Situation pflegender Angehöriger und zur Stärkung häuslicher Pflege beitragen, so die Forscher.

Wer Angehörige zu Hause pflegt, hat oftmals mit großen psychischen und körperlichen Belastungen sowie mit Überforderung zu kämpfen. Durch die Pflegetätigkeit ergeben sich jedoch auch positive Auswirkungen, die erst durch die Pflege entstehen. Dies haben Forscher der Universität Erlangen in einer jetzt veröffentlichten Studie nachgewiesen.

In der Befragung gaben 61,7 Prozent der teilnehmenden pflegenden Angehörigen an, dass ihnen durch die Pflegetätigkeit deutlicher geworden ist, welche Werte ihnen persönlich in ihrem Leben wichtig sind. Mehr als die Hälfte der Studienteilnehmenden sagte aus, „viel dazugelernt“ zu haben. 41 Prozent berichteten, ihre Zeit besser organisieren zu können. Zu den Zugewinnen gehören zudem weitere Erfahrungen: Die pflegenden Angehörigen berichteten, geduldiger und reifer geworden zu sein, mehr Wertschätzung von anderen erlebt oder eine positivere Lebenseinstellung gewonnen zu haben.

Vorteilhafte Effekte unabhängig von der Belastung

Überraschenderweise stellten die Forscher fest, dass die Zugewinne unabhängig von der Belastung durch die Pflegetätigkeit sowie von der Dauer der Pflege erlebt wurden. Die gewonnenen Erkenntnisse wollen die Wissenschaftler nutzen, um praktische Maßnahmen zur Verbesserung der Lebenssituation von Pflegenden zu entwickeln. So könnte zum Beispiel eine Art Puffereffekt dazu beitragen, dass negative Auswirkungen der Pflege wie zum Beispiel Depressionen durch das Erleben von Zugewinnen abgemildert werden.

Für die Studie wurden mithilfe eines speziell entwickelten Fragenbogens über 900 pflegende Angehörige befragt.