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Aktuelles | 11.11.2021

Landesberichterstattung Gesundheitsberufe: Fachkräftemangel weiterhin bestimmend

Der Bedarf an Fachkräften im Bereich Pflege und Gesundheit ist in Nordrhein-Westfalen weiterhin hoch. Das geht aus der neuen „Landesberichterstattung Gesundheitsberufe NRW 2019“ hervor, die das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium (MAGS) in dieser Woche die vorgestellt hat.

Der hohe Bedarf an Pflegefachkräften sei dabei nicht nur auf die alternde Bevölkerungsstruktur in Deutschland zurückzuführen, schreibt das Team um Professor Michael Isfort vom Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (dip), das die Landesberichterstattung alle zwei Jahre für das MAGS durchführt. Vielmehr gehe es um die Altersstruktur bei den Pflegekräften.

„Die berufsdemografischen Entwicklungen sind bezogen auf den Fachkräftemangel in der Pflege bedeutsamer als die demografische Entwicklung der Bevölkerung selbst“, heißt es im Bericht. Im Klartext bedeutet das: Es verabschieden sich – vor allem altersbedingt – zu viele Beschäftigte aus dem pflegerischen Berufsleben, um den Bedarf künftig zu decken. Die wachsende Zahl der Berufsanfänger in der Pflege kann diesen Schwund nicht ausgleichen. Den größten Anteil an Beschäftigten zwischen 56 und 65 Jahren sowie zwischen 51 und 55 Jahren wies der ambulante Pflegesektor mit 25,2 bzw. 17 Prozent aus. Etwa 63 Prozent der Pflegedienste in Nordrhein-Westfalen gaben bei der Befragung zur Studie Ende 2019 an, dass die Personaldeckung derzeit ihrem Bedarf entspricht.

Altenpflege auf gutem Kurs

Positiv ist jedoch die Entwicklung der Ausbildungszahlen. Die vor Einführung der generalistischen Pflegeausbildung erhobenen Daten zeigen, dass insbesondere in der Altenpflege im abgefragten Zeitraum genügend Nachwuchs ausgebildet wurde, um rentenbedingt ausscheidende Mitarbeiter zu ersetzen. Der Bedarf in der Krankenpflege stellte sich in dieser Hinsicht deutlich größer dar. Trotzdem übertrifft in beiden Bereichen der Bedarf das Angebot an verfügbaren Pflegekräften, um die Versorgung zukunftssicher aufzustellen.

Die regionale Abdeckung durch die pflegerische Versorgung bleibt dabei in NRW hoch. So ist die Zahl der ambulanten Pflegedienste im Land zwischen 2017 und 2019 um 138 gewachsen. Es wurden Ende 2019 sogar 43.463 mehr Pflegebedürftige ambulant von Pflegediensten versorgt – insgesamt 225.506 Menschen von knapp einer Million Pflegebedürftigen in Nordrhein-Westfalen. Seit 2011 hat sich deren Zahl damit mehr als verdoppelt. Die Zahl der Beschäftigten in ambulanten Pflegediensten hat dagegen um weniger als 30 Prozent zugenommen.

Um den Fachkräftebedarf künftig zu decken, setzt das Land zum einen auf mehr Ausbildung, zum anderen aber auch auf das Anwerben von Pflegepersonal aus dem Ausland. Hierzu soll laut MAGS eine landesweite Koordinierungsstelle aufgebaut werden, die die bürokratischen Hürden bei der Anerkennung von ausländischem Pflegepersonal vermindern soll.

Weitere Maßnahmen sollen unter anderem im November auf internetbasierten Pflege-Regionalkonferenzen diskutiert werden, die für jeden Regierungsbezirk abgehalten werden. Das dip hatte Pflegeeinrichtungen und Interessierte dazu bereits eingeladen (PDF-Information).