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Presse | 19.03.2012

Ambulante Pflege in Nordrhein-Westfalen ist ein "Great Place to Work"

Der demographische Wandel wirft seine Schatten voraus: Fachkräftemangel und eine steigende Nachfrage nach "Pflege zu Hause" belasten ambulante Pflegedienste schon jetzt zunehmend. Der Landesverband freie ambulante Krankenpflege NRW e. V. (LfK) geht daher neue Wege. Mit dem Projekt "Beste Arbeitgeber LfK Ambulante Pflegedienste 2012" bietet der LfK seinen Mitgliedern die Möglichkeit, die eigene Arbeitsplatzkultur auf den Prüfstand zu stellen und sich nach innen und außen als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren. In Kooperation mit dem renommierten Great Place to Work® Institut zeichnet der LfK am Mittwoch, dem 21. März 2012, die besten Pflegedienste in NRW aus.

In der Stadthalle Mülheim an der Ruhr werden im Rahmen der jährlichen Mitgliederversammlung des Pflegeverbands die jeweils drei besten Teilnehmer in zwei Größenklassen geehrt. Sie haben sich in den vergangenen Monaten anhand einer Mitarbeiterbefragung und einer Analyse ihrer Personalarbeit mit dem in der Praxis noch oft vernachlässigten Thema "Arbeitgeberattraktivität" auseinander gesetzt. "Dabei geht es nicht in erster Linie um eine Platzierung im Wettbewerb", verdeutlicht LfK-Geschäftsführer Christoph Treiß. "Allein vom Mitmachen profitieren alle Teilnehmer gleich doppelt: Einerseits, weil sie neue Erkenntnisse über das eigene Unternehmen gewinnen und so mitarbeiterorientierte Handlungsoptionen für die Personalentwicklung erhalten, und andererseits, weil sie sich ihren Mitarbeitern gegenüber als fürsorglicher Arbeitgeber zeigen können."

Bei der Auswertung der Daten hilft die Expertise des namhaften Great Place to Work® Instituts. Ein umfassender und aussagekräftiger individueller Ergebnisbericht mit detaillierter Auswertung, bundesweiten Vergleichsdaten und spezifischen Handlungsfeldern dient jedem Pflegedienst als Wegweiser für seine weitere Personalarbeit. Der LfK hatte das Pilotprojekt "Beste Arbeitgeber LfK Ambulante Pflege 2012" im November 2011 gestartet. In zwei Befragungsrunden nutzten Pflegedienste aus ganz Nordrhein-Westfalen die Chance, die Qualität ihrer Arbeitsplatzkultur zu beleuchten und wertvolle Impulse für ihre Weiterentwicklung als attraktiver Arbeitgeber zu gewinnen.

Vielseitiges Unterstützungsangebot für nachhaltigen Erfolg

Kontinuität ist auf dem Weg zum attraktiven Arbeitgeber unerlässlich. Der LfK lässt seine Mitglieder daher mit ihren Ergebnissen nicht alleine. In Workshops und Seminaren haben die Projektteilnehmer die Möglichkeit zu erfahren, wie sie die Antworten ihrer Mitarbeiterbefragung am effektivsten verwerten, ihre Stärken als unverwechselbare Merkmale ihrer ureigenen Unternehmenskultur einsetzen und ihr Verbesserungspotenzial optimal ausschöpfen können. Parallel dazu wird das bestehende Kursangebot der verbandseigenen LfK Weiterbildungsgesellschaft für Pflegeberufe mbH im Bereich Personalentwicklung beständig ausgebaut. Gleichzeitig entwickelt der LfK im Nachgang zum Projekt exklusive Werkzeuge und Mustervorlagen für die Personalarbeit in ambulanten Pflegediensten, die den Verbandsmitgliedern kostenlos zur Verfügung gestellt werden. "Unser Ziel ist es, möglichst viele LfK-Mitglieder in punkto Arbeitsplatzkultur und Arbeitgeberattraktivität auf ein hohes Niveau zu bringen", betont Christoph Treiß. "Wir wollen Wettbewerbsfähigkeit und nachhaltigen Erfolg sichtbar fördern."

Hintergrund: In Deutschland fehlen 30.000 Pflegekräfte

Der Fachkräftemangel in der Pflege ist angesichts des demographischen Wandels unumstritten. Das Statistische Bundesamt geht davon aus, dass die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2020 auf 2,9 Millionen ansteigt. 2030 könnten bereits 3,3 Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig sein, alleine in Nordrhein-Westfalen über 200.000 mehr als heute. Doch bereits aktuell fehlen Schätzungen zufolge bereits etwa 30.000 Pflegekräfte. Für das Jahr 2025 sieht das Statistische Bundesamt eine Lücke von etwa 152.000 Beschäftigten. Verschiedene Studien beziffern den Bedarf in den kommenden zehn Jahren sogar auf mindestens 288.000 zusätzliche Pflegekräfte.

Die meisten Pflegebedürftigen wollen auch im Alter in ihren eigenen vier Wänden bleiben. "Ambulant vor stationär" lautet demnach der Grundsatz, dem sich die Politik schon vor Jahren verschrieben hat. Mit dem Pflegeneuordnungsgesetz, das Gesundheitsminister Daniel Bahr Ende Januar vorgelegt hat, will die Regierung diesem Grundsatz entsprechen. Die Pflegesätze für die Betreuung zu Hause sollen ab 2013 steigen. Eine Beitragsanhebung von 0,1 Prozent soll etwa 1,1 Milliarden Euro zusätzlich in die Kassen der Pflegeversicherung spülen, die vor allem Demenzkranken zugutekommen sollen.

Gleichzeitig steht die Pflegeausbildung in Deutschland vor dem Umbruch. Ein kürzlich verabschiedetes Eckpunktepapier für ein Pflegeberufegesetz sieht eine vereinheitlichte Ausbildung zur Pflegefachkraft vor, die die bisherige Aufteilung in Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpfleger ablösen soll. In Nordrhein-Westfalen ist zusätzlich die Einführung einer Ausbildungsumlage vorgesehen. Sie soll helfen, die Ausbildungskosten gleichmäßiger auf die verschiedenen Bereiche der Pflege zu verteilen und mehr Unternehmen dazu bringen, selbst Nachwuchskräfte anzulernen.

Termin:

Preisverleihung "Beste Arbeitgeber LfK Ambulante Pflegedienste 2012"

21. März 2012, 12.30 Uhr

Stadthalle Mülheim an der Ruhr

Theodor-Heuss-Platz 1

45479 Mülheim an der Ruhr