Presse | 26.04.2013
1. LfK-Finanzkongress NRW – Kommunikation ist Trumpf! / LfK bringt erstmals ambulante Pflege und Banken zusammen
Wenn Pflegedienste auf Banken treffen, ist das Ergebnis nicht immer für beide zufriedenstellend. Dass sich aber mit ein wenig Verständnis für die andere Branche und der richtigen Kommunikation eine Menge erreichen lässt, zeigte der 1. LfK-Finanzkongresses NRW am 24. April in Köln auf. Vor zahlreichen Pflegedienstinhaber aus ganz Nordrhein-Westfalen gewährten hochrangige Referenten aus der Finanzbranche exklusiv einen Blick hinter die Kulissen.
Einen Tag lang drehte sich im Kölner Veranstaltungszentrum KOMED im MediaPark alles um Kredite, Liquiditätspläne und den Kauf und Verkauf eines ambulanten Pflegedienstes. Jörg Engels, Geschäftsführer der LfK Fördergesellschaft für ambulante Pflegedienste mbH, stellte neben einigen Finanzzahlen der nordrhein-westfälischen Pflegedienste zum Auftakt der Veranstaltung die Grundproblematik dar: In der ambulanten Pflege muss Wachstum stets vorfinanziert werden, zum Teil auf lange Sicht. Denn um neue Kunden aufnehmen zu können, muss die Zahl der Mitarbeiter und Fahrzeuge bereits im Vorfeld erhöht werden. Rechnungen hingegen werden erst am Monatsende gestellt und teils weit später beglichen. Das bedeutet, dass in einem stetig wachsenden Markt wie der ambulanten Pflege zusätzliches Geld meist schon verplant ist, bevor es beim Pflegedienst ankommt. Diesen Sachverhalt durchschauen die Bankberater oft nicht. „Sie müssen daher bei der Bank deutlich machen können, dass Sie Ihr Umsatzwachstum stets vorfinanzieren müssen“, verdeutlichte Jörg Engels. Denn generell sei ein Wachstumsmarkt wie die Pflege bei den Kreditinstituten gern gesehen.
Dem stimmten auch die Experten der Banken zu. „Sie haben den Vorteil, in einer absoluten Wachstumsbranche mit besten Zukunftsaussichten zu agieren“, wandte sich Peter Körner von der Sparkasse KölnBonn an die Teilnehmer. „Nutzen Sie diesen Vorteil!“ Mit einer soliden Liquiditäts- und Rentabilitätsplanung ließen die Banken sich meist überzeugen, Pflegediensten für weitere Investitionen Kredite zu gewähren. Förderbanken bieten zudem zinssubventionierte Kredite und zusätzliche Sicherheiten, sollte die Hausbank einmal nicht das volle Risiko tragen wollen. Meist lohnt sich daher eine Anfrage. „Allerdings müssen Sie mit Ihrer Finanzplanung dann doppelt überzeugen“, gab Referent Jochen Hellmann von der NRW.BANK zu bedenken.
Wie eine Planung im Einzelnen aussehen sollte und worauf bei Kauf und Verkauf eines Unternehmens zu achten ist, erfuhren die Besucher des 1. LfK-Finanzkongresses NRW im zweiten Teil der Veranstaltung. Am Nachmittag beschäftigten sich verschiedene parallele Workshops näher mit dieser Thematik. So warteten der Rechtsanwalt Dr. Stefan Müller-Thele und die Steuerberaterin Elke Evertz in ihren Vorträgen mit vielen praktischen Tipps zu den rechtlichen und steuerlichen Aspekten eines Pflegedienstkaufs oder -verkaufs auf und erklärten anhand zahlreicher Beispiele, wie Pflegedienstinhaber – oder solche, die es werden wollen – die schlimmsten Stolperfallen vermeiden. Sparkassen-Berater Jörg Püschel räumte vor allem mit der Vorstellung auf, dass sich der Wert eines Pflegedienstes objektiv festlegen ließe. Ausschlaggebend seien die Auffassungen von Inhaber und Käufer. „Sehen Sie daher jeden Wert immer nur als Diskussionsgrundlage an und verhandeln Sie entsprechend“, riet er.
Dass Kommunikation der Schlüssel zum Erfolg ist, konnte auch Pflege-dienstinhaber Jürgen Steinberg aus Dülmen nur bestätigen. Er hat es sich zur Gewohnheit gemacht, seinen jeweiligen Kundenberater zum persönlichen Gespräch einzuladen – ganz abseits von konkreten Anfragen. „Dieses persönliche Verhältnis bringt extrem viel“, betonte er. „Besonders, seitdem ich einen regelmäßigen Liquiditätsplan führe, ist die Kommunikation mit meiner Bank exzellent.“
Sich tiefergehend mit den eigenen Zahlen zu beschäftigen, lohnt sich also für Pflegedienstinhaber. „Die Resonanz auf diese Veranstaltung zeigt, dass wir mit dem Thema bei den Pflegediensten in Nordrhein-Westfalen voll ins Schwarze getroffen haben“, zeigte sich LfK-Geschäftsführer Christoph Treiß zum Abschluss des 1. LfK-Finanzkongresses NRW zufrieden. „Wir werden es als Verband daher auch in Zukunft weiter verfolgen und für unsere Mitglieder verstärkt Finanzthemen aufgreifen.“