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1. LfK-Nachfolgetag: Betriebsübergabe kein Buch mit sieben Siegeln

Köln – Nach der Gründung eines Pflegedienstes ist eine gesicherte Unternehmensnachfolge die wohl wichtigste und folgenschwerste betriebliche Entscheidung für den Inhaber. In der Regel geht es hierbei nicht nur um den Fortbestand des eigenen Lebenswerks, sondern auch um die finanzielle Absicherung des wohl verdienten Ruhestands. Umso sorgfältiger will der Übergang in den nächsten Lebensabschnitt geplant werden. Worauf es dabei ankommt, erfuhren 20 LfK-Mitglieder Anfang November beim 1. LfK-Nachfolgetag in Köln.


Der Landesverband freie ambulante Krankenpflege NRW e. V. hatte seinen Mitgliedern diese exklusive Veranstaltung in kleiner Runde aus gutem Grund zum ersten Mal angeboten. „Rund 20 Jahre nach dem Inkrafttreten der Pflegeversicherung wird jetzt bei vielen privaten Pflegediensten der Generationswechsel eingeleitet“, berichtet Christoph Treiß, Geschäftsführer des LfK. „Auf dieses komplett neue Feld müssen sich sowohl Inhaber als auch Nachfolger entsprechend vorbereiten – egal, ob ein Verkauf oder eine andere Form der Betriebsübergabe geplant ist.“

Deutlich wurde bei der Veranstaltung im Kölner Hyatt Regency schnell: Für Prozesse dieser Art ist ein Vorlauf von mindestens drei bis fünf Jahren nötig. Nur so können alle relevanten Faktoren und individuelle persönliche Ansprüche sowie steuerliche und rechtliche Aspekte ausreichend berücksichtigt werden. Die LfK Fördergesellschaft für ambulante Pflegedienste mbH hilft Verbandsmitgliedern zusammen mit Experten aus dem Steuerrecht bei der Planung und Umsetzung dieses Prozesses.

Unabdingbar ist dabei ein qualifizierter Steuerberater, der den Wert des Pflegedienstes gewissenhaft ermittelt. „Der endgültige Verkaufspreis hängt zwar von verschiedenen Faktoren ab, doch die Basis dafür ist stets die Wertermittlung – und diese orientiert sich immer am Ertragswert des Unternehmens“, betonte Elke Evertz von der Antax Steuerberatungsgesellschaft Duisburg. Mit dem Ertragswertverfahren erhält der Pflegedienstinhaber eine belastbare Aussage über den Wert seines Dienstes, die auch für Banken und andere Verhandlungspartner eine gesicherte Basis darstellt.

Mit der realistischen Wertermittlung hat der Pflegedienstinhaber zunächst eine Grundlage für anstehende Verhandlungen. Bevor es jedoch soweit ist, sollte jeder Veräußerungswillige die Detailfragen für sich klären. Neben erwartetem Kaufpreis spielt auch oft die fachliche Qualität des Nachfolgers eine Rolle. Zudem betrifft eine Betriebsübergabe auch das Personal und nicht zuletzt die Kunden eines Pflegedienstes. Und was geschieht mit den Räumlichkeiten und der Einrichtung?

„Aus juristischer Sicht kommen bei der Vertragsgestaltung zahlreiche Fachrichtungen zusammen“, erläuterte der Kölner Rechtsanwalt Dr. Uwe Schlegel. Angesichts der großen Detailvielfalt rät er bei solch wichtigen Entscheidungen von Musterverträgen ab – obgleich ein individueller Vertrag kostenintensiver ist. Eine entscheidende Frage solle sich jeder stellen: Ist das ein Dokument, das meinen Interessen gerecht wird? Erst wenn die Antwort darauf ohne Vorbehalt positiv ausfällt, kann der nächste Schritt geplant werden. Und das habe bislang noch jeder geschafft, machte Schlegel den Teilnehmern des 1. LfK-Nachfolgetags Mut. „Es ist alles halb so schlimm – die Übergabe eines Pflegedienstes ist kein Buch mit sieben Siegeln.“