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Diskussion um Pflegenoten: Laumanns Vorschlag greift zu kurz

In der Diskussion um die Abschaffung der Pflegenoten meldet sich der Landesverband freie ambulante Krankenpflege NRW e. V. (LfK) zu Wort. Nach Ansicht des größten Verbands für private häusliche Krankenpflege in Nordrhein-Westfalen geht der Vorschlag des Pflegebeauftragten der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann, am Kern der Problematik vorbei.


Laumann hatte seinen Entwurf für eine Verbesserung der Qualitätsprüfungen am Mittwoch der Öffentlichkeit vorgestellt. Neben einer Aussetzung der Noten von Qualitätsprüfungen ab Beginn kommenden Jahres bildet die Einrichtung eines so genannten Pflegequalitätsausschusses mit Vertretern der Leistungserbringer, Kostenträger, Pflegebedürftigen und Berufsverbände die zentrale Neuerung im Vorschlag des Pflegebeauftragten. Für LfK-Geschäftsführer Christoph Treiß ist der Aufbau neuer Strukturen die falsche Lösung.

„Grundsätzlich gilt, dass die Pflegekassen nur die Qualität bekommen, für die sie auch bereit sind zu bezahlen“, so Treiß. „Deshalb ist es für den LfK nicht denkbar, dass die Pflegekassen nur einen ,VW-Käfer‘ bezahlen, aber durch selbst definierte Prüfkriterien die Qualität eines ,Mercedes‘ überprüfen. Laumanns Vorschlag, darüber hinaus nicht an der Finanzierung der Pflege beteiligte Interessengruppen in den Prozess mit einzubeziehen, läuft auch deshalb ins Leere. Vielmehr müssen endlich wissenschaftlich begründete Kriterien für Ergebnisqualität her. Kostenträger und Leistungserbringer müssen diese anschließend in Verträge übernehmen und deren Einhaltung durch Qualitätsprüfungen sicherstellen. Dabei muss den besonderen Bedürfnissen in der häuslichen Pflege Rechnung getragen werden. Die im Grunde bewährte Selbstverwaltung wird dadurch nicht geschwächt, sondern durch die Zuarbeit interessensunabhängiger Wissenschaft gestärkt.“