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Presse | 12.05.2017

Pflegeverband zum „Internationalen Tag der Pflege“: „Bessere Strukturen für Beratung und Information schaffen“

Köln – Alte Menschen, Pflegebedürftige und ihre Angehörigen sind oft unzureichend über ihre Ansprüche gegenüber der Pflegeversicherung aufgeklärt. Darauf weist der Landesverband freie ambulante Krankenpflege NRW e. V. (LfK) anlässlich des „Internationalen Tags der Pflege“ am 12. Mai hin. Zwar existierten zahlreiche Informationsangebote, vielen Menschen seien die Anlaufstellen für Fragen zur Pflegebedürftigkeit jedoch nicht bekannt.


Im Rahmen einer Telefon-Aktion für die Leser einer deutschlandweit verteilten TV-Beilage von Tageszeitungen sagte LfK-Geschäftsführer Christoph Treiß: „Es zeigt sich hier wieder deutlich, wie hoch der Informationsbedarf von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen gerade nach der Pflegereform zum Jahreswechsel mit ihren zahlreichen Änderungen ist. Die bestehenden Beratungsstellen wie Pflegestützpunkte, Pflegekassen oder auch Verbraucherorganisationen sind oft nicht bekannt – oder können derzeit zum Teil keine Informationen herausgeben, die dem aktuellen Stand der gesetzlichen Regelungen entsprechen.“

Nach der Umstellung von Pflegestufen auf Pflegegrade durch das Zweite Pflegestärkungsgesetz (PSG II) sind viele Pflegebedürftige und Angehörige verunsichert darüber, auf welche Leistungen nach welchem Paragrafen welches Gesetzes sie einen Anspruch haben. Zudem steckt die Umsetzung in vielen Fällen noch am Anfang, zahlreiche Einzelheiten befinden sich derzeit noch in der Klärung zwischen Politik, Kassen und Leistungserbringern. „Welche Leistungen ein Pflegebedürftiger beziehen kann, muss im individuellen Fall geklärt werden und bedarf damit einer detaillierten Auseinandersetzung mit der Pflegesituation des Betroffenen“, schildert Treiß.

Oft seien daher ambulante Pflegedienste die beste Informationsquelle, wenn es um individuelle Leistungen geht. „Pflegedienste kennen die Pflegesituation ihrer Kunden und sind gleichzeitig mit den aktuellen gesetzlichen Regelungen vertraut.“ Auch bei Menschen, die noch keinen Pflegegrad erhalten haben, könnten ambulante Pflegedienste in einem unverbindlichen Beratungsgespräch den Bedarf professionell erfassen und eine erste Einschätzung darüber abgeben, ob und welcher Pflegegrad voraussichtlich erreicht werde.

Treiß nahm aber auch Politik und Verwaltung in die Pflicht. „Die Möglichkeiten zur Pflegeberatung müssen stärker bekannt gemacht werden – sowohl von Seiten der Bundesregierung als auch von kommunaler Seite. Besonders in ländlichen Gegenden leiden Betroffene oft unter einem großen Informationsdefizit. Gerade für ältere Personen und Menschen ohne Internetzugang gestaltet sich die Suche nach einem kompetenten Ansprechpartner schwierig. Hier muss die Politik ansetzen und entsprechende Strukturen nicht nur schaffen, sondern auch mit Nachdruck publik machen.“