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Pflegeverband LfK schlägt Alarm: Kampf um Fachkräfte in NRW verschärft sich

Köln – Der Wettbewerb um Pflegefachkräfte im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen sorgt für dramatische Fehlentwicklungen. Hunderte Pflegedienste in NRW müssen schon Anfragen von Pflegebedürftigen ablehnen, weil sie aufgrund von Personalmangel die Pflege nicht übernehmen können, warnt der Pflegedienstverband Landesverband freie ambulante Krankenpflege NRW e. V. (LfK).


Der Personalmangel in der ambulanten Pflege wird unverkennbar immer dramatischer. In den vergangenen sechs Monaten hat sich der Wettbewerb um qualifizierte Pflegekräfte in der häuslichen Pflege in Nordrhein-Westfalen nochmals verschärft. „13 Prozent der Pflegedienste geben in einer aktuellen Umfrage des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) an, in den letzten drei Monaten Klienten gekündigt zu haben, weil sie aufgrund fehlender Pflegefachkräfte die Pflege nicht sicherstellen konnten. Bezogen auf Nordrhein-Westfalen bedeutet das, dass rund 320 Pflegedienste ihren auf Hilfe angewiesenen pflegebedürftigen Kunden die Pflegeverträge kündigen mussten, da einfach die Pflegefachkräfte fehlten“, so Christoph Treiß, Geschäftsführer des LfK. „Darüber hinaus, so stellt die Studie fest, haben bundesweit im selben Zeitraum 80 Prozent der befragten Pflegedienste neue Versorgungsanfragen abgelehnt.“ 

„Überall da, wo Pflegebedürftige aufgrund von Personalmangel abgelehnt werden, entstehen Ängste und Unsicherheit. Die Bevölkerung sieht in solchen Fällen die Versorgungssicherheit gefährdet“, so Treiß weiter.

Appell: Ambulante Arbeitgeber nicht gegen Kliniken und Pflegeheime ausspielen

Die ambulante Pflege leidet unter dem Mangel an Pflegefachkräften besonders stark, sagt der Geschäftsführer des größten Verbands der Pflegedienste in NRW. „Mitglieder berichten immer häufiger von Abwerbungen von Mitarbeitern, die schon existenzgefährdend für die Pflegedienste sind“, erläutert Treiß. Wichtigster Grund für die Verschärfung der Konkurrenz sei das massive Abwerben von Pflegepersonal durch Träger stationärer Einrichtungen und Krankenhäuser, teilweise mithilfe von „Kopfprämien“. Die Situation noch einmal verschärft hat die zusätzliche Einmalzahlung für die Krankenhäuser in Deutschland in Höhe von 250 Millionen Euro, die die Bundesregierung erst vergangene Woche beschlossen hat. Mit diesem Geld sollen dort Lohnerhöhungen für Pflegekräfte refinanziert werden. Und auch in der stationären Pflege werden aufgrund des Pflegepersonal-Stärkungsgesetzes 13.000 neue Stellen für Pflegekräfte geschaffen und voll refinanziert.

Wir appellieren an die Politik, die Sektoren in der Gesundheitsbranche im Wettbewerb um Fachkräfte nicht unfair gegeneinander auszuspielen. Sonst droht der ambulanten Pflege, die zudem durch kleine und mittelständische Pflegedienste geprägt ist, das Nachsehen. Als Verband ambulanter Pflegedienste plädieren wir für faire Rahmenbedingungen, damit der Grundsatz ‚ambulant vor stationär‛ gewahrt bleiben kann“, so LfK-Geschäftsführer Christoph Treiß.


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