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„Tag der Pflege“ 2019: Pflegeverband LfK setzt sich für Tarifbezahlung ein

Köln – Wenn ambulante Pflegedienste ihre Mitarbeiter angemessen bezahlen wollen, sollten die Kranken- und Pflegekassen diesen Entschluss angemessen honorieren und ihre Vergütungen von Pflegeleistungen entsprechend anpassen. Dieser Forderung verleiht der Landesverband freie ambulante Krankenpflege NRW e. V. (LfK) zum bundesweiten „Tag der Pflege“ am 12. Mai Ausdruck. Der Pflegeverband will sich dafür einsetzen, dass private ambulante Pflegedienste in Nordrhein-Westfalen auch in diesem Jahr höhere Vergütungen für ihre Leistungen mit den Kassen verhandeln und das Plus an ihre Mitarbeiter weitergeben können.


„Angesichts des Fachkräftemangels sollten auch nicht tarifgebundene Pflegeunternehmen die Möglichkeit haben, ihren Angestellten tarifähnliche Gehälter zu zahlen“, erklärt LfK-Geschäftsführer Christoph Treiß. Bereits im vergangenen Jahr hatte der LfK in Nordrhein-Westfalen eine entsprechende Initiative ergriffen, die im so genannten „Pilotprojekt 2019“ mündete. In dem Projekt ermöglichten die Pflegekassen es den Pflegediensten, in Vergütungsverhandlungen höhere Steigerungen zu erzielen als sonst üblich, wenn die Pflegedienste nachwiesen, dass ihre Mitarbeiter davon profitierten.

„Unsere Mitglieder möchten gerne ebenso hohe Gehälter zahlen wie die tarifgebundenen Wohlfahrtsverbände, sind aber oft nicht in der Lage dazu, da sie für die erbrachten Pflegeleistungen weniger Geld von den Pflegekassen erhalten als diese“, so Treiß. „Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels kann dieser strukturell bestimmte Unterschied zu einem existenziellen Problem für die Betriebe werden und die Versorgung in vielen Gebieten gefährden.“

Das Pilotprojekt 2019 soll nach einem erfolgreichen Auftakt bei den Vergütungsverhandlungen 2018 daher auch in diesem Jahr in Nordrhein-Westfalen fortgesetzt werden. Zahlreiche private Pflegedienste in NRW hatten die Chance auf eine höhere Vergütungssteigerung zugunsten ihrer Mitarbeiter im vergangenen Herbst genutzt und die zusätzlichen Nachweise eingereicht, die es ermöglichten, ihre Vergütungen um sechs bis zwölf statt um 1,9 bis 2,6 Prozent zu steigern.

Angesichts der aktuellen Zahlen, die die Bundesagentur für Arbeit zum Tag der Pflege am 12. Mai veröffentlicht hat, hält der LfK die Fortsetzung des Pilotprojekts für unumgänglich. „Nur so lässt sich der Abwanderung der Pflegefachkräfte aus der häuslichen Pflege entgegenwirken“, erklärt Treiß. Laut der Bundesarbeitsagentur nimmt der Fachkräftemangel in der Pflege weiter zu – im Jahresdurchschnitt entfielen 2018 in der Altenpflege auf knapp 3.100 arbeitslose Fachkräfte rund 15.300 freie Stellen.