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Aktuelles | 30.06.2026

DAK-Pflegereport 2026: Erwartungen an die Pflegereform

Die Mehrheit der Deutschen erwartet von einer Pflegereform an erster Stelle die langfristige Sicherung bezahlbarer Pflege. Eine Vereinfachung des Pflegesystems zählt aus Sicht der Bevölkerung ebenfalls zu den wichtigsten Reformzielen. Auch bei einer Reform bleibt die häusliche Pflege das Fundament der pflegerischen Versorgung. Das geht aus dem DAK-Pflegereport 2026 hervor, der Ende Juni veröffentlicht wurde.

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Ein Schwerpunkt des DAK-Pflegereports liegt auf den Erwartungen der Menschen in Deutschland an die geplante Pflegereform. Die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung zeigen, welche Reformziele aus Sicht der Befragten besondere Bedeutung haben. Am größten ist die Zustimmung für eine Pflege, die für alle bezahlbar ist: 87 Prozent halten dieses Ziel für sehr wichtig. Es folgt die langfristige stabile Finanzierung des Pflegesystems (79 Prozent Zustimmung). Außerdem legen 71 Prozent der Befragten Wert darauf, dass die Leistungen der Pflegeversicherung einfacher und übersichtlicher werden. 67 Prozent sprechen sich für eine stärkere fachpflegerische Begleitung von Pflegebedürftigen und Angehörigen aus.

Für den DAK-Pflegereport wurden unter Leitung von Professor Dr. Thomas Klie zusammen mit dem Institut für Demoskopie Allensbach zwei repräsentative Umfragen im Oktober 2025 und Februar 2026 durchgeführt. Dabei wurden rund 7.000 Personen zwischen 16 und 75 Jahren zu ihren Erwartungen an die geplante Pflegereform befragt. Ergänzend analysierte das Forschungsteam DAK-Routinedaten, um die Pflegereform im Kontext des gesamten Gesundheitssystems einzuordnen.

Zu den größten Problemen im Pflegesystem gehören aus Sicht der Befragten neben der Finanzierung die hohen Kosten bei stationärer Pflege, gefolgt von starkem Personalmangel und einer überbordenden Bürokratie.

Angesichts der Finanzierungsprobleme der Pflegeversicherung infolge des demografischen Wandels ist mehr als die Hälfte der Befragten der Meinung, dass auch schmerzhafte Reformen durchgeführt werden müssen, um das System langfristig zu stabilisieren. Weniger Zustimmung erhalten einzelne Reformmaßnahmen: So unterstützen lediglich 30 Prozent höhere finanzielle Belastungen für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen. Nur 21 Prozent sprechen sich für eine verpflichtende private Pflegezusatzversicherung aus.

Der Report bestätigt zudem den anhaltenden Trend zur ambulanten Versorgung. Ende 2024 wurden nach Angaben der Studie 86 Prozent aller Pflegebedürftigen mit Leistungen der Pflegeversicherung zu Hause versorgt. Dabei wird auch die Verfügbarkeit von ambulanten Angeboten zum Problem. So berichten 60 Prozent der aktuell pflegenden Angehörigen, dass es sehr schwer ist, einen Platz in einer Tagespflege zu finden. 57 Prozent geben an, dass die Suche nach einem Pflegedienst sehr schwierig sei. Überdies empfinden 79 Prozent der Befragten die Vielzahl unterschiedlicher Regelungen und Leistungen als unübersichtlich.  

Durch die Analyse von Versorgungsdaten der DAK kommen die Autoren zudem zum Ergebnis, dass höhere Pflegegrade häufig nach Krankenhausaufenthalten entstehen. Die Studie empfiehlt deshalb, die Übergänge zwischen Klinik, ambulanter Versorgung und häuslicher Pflege zu verbessern, um Pflegebedürftigkeit möglichst lange hinauszuzögern und Krisen zu vermeiden.

Die Studie macht zugleich deutlich, dass die häusliche Pflege eine große Rolle für die Sicherstellung der Langzeitversorgung spielt. Ambulante Pflegedienste können aufgrund ihrer jahrzehntelangen Erfahrung bei einer strukturellen Reform künftig noch stärker als Lotsen und Begleiter von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen im Pflegesystem eingesetzt werden.